πάντα ῥεῖ – Alles fließt.

Über eine Branche im Wandel

David Armano über die Zukunft sozialer Medien – und die Rückkehr der Intimität

Posted on | Mai 19, 2012 | by Dennis Schmolk | No Comments

David Armano ist bei der Washington Times im Interview über die Zukunft sozialer Medien.

Spannend sind seine Aussagen über “Tools”, die man im Auge behalten soll – solche nämlich, die nicht weitere Verbreitung versprechen, sondern Intimität:

A social network called Path limits your friend count to no more than 150 connections. It’s gaining momentum partially as the result of “social overload” from large networks where our friends have begun to over promote themselves. It’s adding some intimacy back into social networking and it combines an exceptional mobile interface which does neat things like including song recognition software so you can share what you are listening to. Another social platform called “Pair” is also mobile centric, but limits interactions between you and only one other person. In an overly connected world, both these platforms act as an oasis or refuge for highly active digital types who crave connectivity but value quality and intimacy.

Den Overload kennen wir alle, wir werden ihn so sicherlich auch nicht vollständig abstellen. Aber Ruhepunkte, “Oasen”, sind nötig. Ob man dazu neue “Tools” braucht (und wie lange es dauert, bis die jetzigen Großen Player solche Gatekeeper-Automatismen einführen), wird sich zeigen, aber dass die Kommunikation wieder persönlicher und zielgerichteter wird, kann ich mir gut vorstellen. Die Circles von G+ waren ja auch ein Schritt in diese Richtung.

Individualität schlägt Einerlei

Posted on | Mai 18, 2012 | by Hanna Hartberger | 1 Comment

Die Einkaufsstraßen vieler Innenstädte zeichnen sich durch ein gewisses Einerlei aus. Gerade der inhabergeführte Einzelhandel kann dieser Verödung entgegenwirken.

Ein Kommentar im Börsenblatt spricht einen wichtigen Aspekt an, der mir auch bei mir selbst immer wieder auffällt. Als Branchenangehörige bekomme ich Bücher mit einem Rabatt, weswegen es ökonomisch sinnvoll ist, genau diesen Bezugsweg zu nutzen. Trotzdem kaufe ich den Großteil meiner Lektüre nach wie vor in Buchhandlung, weil ich spontan begeistert von einem Titel bin und ihn unbedingt sofort haben will.

Überzeugendes Angebot

Dieser Teil meines Kaufverhaltens kommt in der Regel nur in unabhängigen Buchhandlungen zum Vorschein – bei großen Buchhandlungen kann (!) ich teils auch ganze Nachmittage verbringen und von nichts überzeugt sein. Ich möchte jetzt keine Präferenz für die eine oder andere Art der Buchhandlung ausführen; wichtig erscheint mir der Punkt, dass ich vom Buch-Angebot überrascht und begeistert werden will. Also kein Einerlei, sondern individuelle Titelauswahl; selbstverständlich auch Klassiker und das, was man erwartet, aber eben auch andere interessante Titel. Und damit dieses Bedürfnis gestillt wird, finde ich das Plädoyer für mehr kommunale Unterstützung von inhabergeführten Buchhandlungen gar nicht schlecht.

Die Bundeswehr zu Social Media

Posted on | Mai 16, 2012 | by Dennis Schmolk | No Comments

Die Bundeswehr äußert sich dazu, wie sich ihre “Angehörigen” in sozialen Netzwerken verhalten sollen. Das sind zwar alles Allgemeinplätze, aber auch die haben viele Menschen nötig. Die genauen Inhalte unter den Stichpunkten

1. Trennung zwischen beruflicher und privater Nutzung

2. Eigenverantwortung

3. Transparenz und Ehrlichkeit

4. Gesetzliche Regelungen sind immer zu beachten

5. Respekt

6. Qualität und Souveränität

finden sich bei augengeradeaus.net.

(via golem.de)

 

Mut zur Übergabe

Posted on | Mai 15, 2012 | by Dennis Schmolk | No Comments

“Wie viel Mut braucht man, um eine Buchhandlung einen Tag an Schüler zu übergeben?” Diese Frage des Börsenblatts haben Hanna und ich uns auch gestellt und haben Annaluise Erler von der Buchhandlung Findus kurzerhand im Rahmen eines Interviews ausführlich zu ihrer Aktion zum Welttag des Buches befragt. Geantwortet hat ihr Sohn Max Erler, Filialleiter der Buchhandlung Findus in Weinböhla, der dieselbe Aktion durchgeführt, aber weniger Branchenecho geerntet hat. Herausgekommen sind ehrliche und spannende Antworten, nicht nur zur Aktion an sich, sondern auch zur Positionierung einer Buchhandlung jetzt und in Zukunft.

alles fließt: Was haben Sie selbst gemacht, während die Schüler Ihre Buchhandlung führten? Konnten Sie überhaupt abschalten?

M. Erler: Nein, abschalten konnten wir nicht, wir haben in voller Personalstärke unsere Schüler begleitet und haben ihnen bei Fragen zur Seite gestanden.

alles fließt: Wie ist es gelaufen? Welche Rückmeldungen haben Sie von den Kunden bekommen? Gab es Kritik?

M. Erler: Einige Kunden waren erstaunt und überrascht, aber ich habe keine negativen Reaktionen bekommen. Im Gegenteil, einige wenige haben sich sogar bedankt und sich gefreut, dass wir den Schülerinnen die Chance gegeben haben, einmal über den Tellerrand zu blicken.

alles fließt: Wie haben die Schüler den Tag im Nachhinein empfunden?

M. Erler: Als spannend und anstrengend. Auch die Schüler haben sich bedankt, waren aber ziemlich platt am Ende. Ich denke, gelernt haben wir alle aus dieser Aktion, und das stimmt mich glücklich.

alles fließt: Würden Sie eine solche Aktion wiederholen? Sind ähnliche Aktionen geplant?

M. Erler: Auf jeden Fall. Es gibt bei uns immer unterschiedliche Aktionen, die meistens auch die Jugend mit einbinden.

alles fließt: Mal etwas provokant gefragt: Warum macht man eine solche Aktion? Kundenbindung durch Sympathiepunkte? Reiner Spaß? Arbeitsersparnis?

M. Erler: Arbeitsersparnis? Auf keinen Fall. Kundenbindung? Im gewissen Umfang schon, allerdings ist auch immer die Sorge dabei, dass sich ein Schüler oder eine Schülerin daneben benimmt. Wobei uns das zum Glück bis auf einmal erspart blieb. Spaß? Nun ja, es macht uns allgemein große Freude mit Menschen zu arbeiten, und mit Kindern und Jugendlichen im Speziellen sowieso. Und natürlich ist es zu einem gewissen Prozentsatz auch Werbung und eine Vertiefung der Zusammenarbeit mit den Schulen …

alles fließt: War das (auch) eine Marketingmaßnahme? Wie bereiten Sie sie dann nach?

M. Erler: Natürlich war es auch eine Marketingmaßnahme, die voll eingeschlagen ist. Pressetexte und ähnliches werden (wenn wir die Genehmigung haben) bei Facebook gepostet und im Laden ausgehängt. Wir besprechen die Aktion mit den Schulen und bitten die Schüler, eine Auswertung zu schreiben und/oder einen Artikel in der Schülerzeitung zu platzieren …

alles fließt: Eine sehr allgemeine Frage: Was denken Sie, braucht der Buchhandel von morgen außer Offenheit, um junge Menschen anzusprechen? Wie sieht die “Buchhandlung 2.0″ für Sie aus?

M. Erler: Der Buchhandel braucht vor allem den Mut, eine Buchhandlung zu bleiben. Wieso soll ich in eine Buchhandlung gehen, die spezialisiert ist auf Schulranzen, mir die Unterschiede zwischen einer Wii und einer Playstation genau erläutern kann, die weiß, welche Spiele IN sind und welche OUT, und mir das Buch geben kann, was ich eh schon will? Aber wenn ich eine Beratung möchte, soll ich mit einem “Kundenterminal”, oder, um genau zu sein, mit einem Computer reden? Wofür soll ich dann eigentlich meine gemütliche Couch verlassen? Meines Erachtens muss auch in Zukunft eine Buchhandlung ein Ort sein, der zum Verweilen und zum Stöbern anregt, der dem Kunden den Platz bietet, unentschlossen zu sein, und der ihm mit Sicherheit einen kompetenten und “um die Ecke denkenden” Fachmann an die Seite stellt. Ob der Kunde diesen nutzt oder nicht, bleibt ihm selbst überlassen.

Ich denke, wir sollten bei allen Überlegungen, was wir anders machen sollten, nicht außer acht lassen, was wir gut machen und was uns vom Discounter mit der Buchabteilung unterscheidet. Denn das sind unsere wahren Stärken, auf die wir aufbauen können.

alles fließt: Wir danken Ihnen herzlich für das Interview und Ihre Offenheit!

“Something more than just selling books”

Posted on | Mai 15, 2012 | by Dennis Schmolk | No Comments

The critical point is to evolve your business into something more than just selling books.

Der wichtigste Satz aus Joe Wikerts Artikel “The Reinvention of the Bookseller” bei O’Reilly. Sein Ansatz ist, in Buchhandlungen nicht nur den herkömmlichen Leser anzusprechen – sondern auch den neuen Autor: Aus dem Sortiment wird das Selfpublishing-Forum, das Leuten Starttipps und eine Plattform zum Austausch bietet.

Take a page out of Apple’s playbook and create a Genius Bar service for customers interested in self-publishing. Establish your location as the place to go for help in navigating the self-publishing waters. Remember, too, that most of the income earned in self-publishing is tied to services, e.g., editing, cover design, proofreading, and not necessarily sales of the finished product.

Ich halte das nicht für den Stein der Weisen, dazu passiert gerade beim Selfpublishing zu viel online – und dazu fehlt auch die Expertise in den Buchläden. Aber wichtig bleibt der eingangs zitierte Satz: Der Buchhändler muss – genau wie alle anderen Branchenteilnehmer – sein Geschäft zu etwas entwickeln, das mehr ist als Lettern auf totem Holz. Je nach vorhandenem Wissen und angepeilter Klientel braucht es dann nur noch die zündende Idee, daraus etwas zu machen. Und vielleicht ist Selfpublishing ja eine davon.

Gamification – ein Trend für die Buchbranche?

Posted on | Mai 10, 2012 | by Hanna Hartberger | 2 Comments

Die Titelgeschichte im impulse-Heft Mai 2012 dreht sich rund um Spiele. Nicht Kinderspiele, sondern die, die auch Erwachsene gerne spielen. Große Firmen wie Daimler wenden die bereits für ihre Mitarbeiter an, während kleinere Unternehmen momentan noch zögerlich sind – sowohl für den Kunden- als auch für den Mitarbeitereinsatz. Aber könnte nicht genau die Spielifzierung das Element sein, das eBooks & Co. endlich attraktiv macht?

Verborgener Spieltrieb

Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr sich Menschen fürs Spielen begeistern können. Anschaulich beobachten konnte man das bei der Sudoku-Welle vor ein paar Jahren, als die Zahlenrätsel plötzlich reißenden Absatz fanden. Das Erfolgserlebnis, das beim Sudoku durch ein gelöstes Rätsel eintritt, kann aber auch anders generiert werden: Es reicht der Wettbewerb, der Vergleich mit sich selbst oder mit anderen. Man nehme dazu das Konzept verschiedener Level, in die man sich hochtrainieren kann, und schon ist eine Leistungssteigerung sichtbar, die gefeiert werden will. Konkret wäre das zum Beispiel eine Kochen-App, die gekochte Gerichte registriert und auswertet: Je aufwändiger und komplizierter die Gerichte sind, desto höher ist das Level des Koch, der zwischendrin immer wieder neue, auf seinen Level passende, Rezepte als Vorschlag präsentiert bekommt. (Ich hoffe sehr, dass es eine derartige App nicht schon gibt und ich sie nur nie gefunden habe.)

Zukunftsvisionen

Ein sicherlich wichtiger Aspekt, der im Artikel auch angesprochen wird, ist der, dass die Smartphone-Dichte hierzulande noch nicht so hoch ist wie beispielsweise im Nachbarland Dänemark. Allerdings muss man die Spielmöglichkeiten nicht ausschließlich auf Apps beschränken. Über PCs kann man ebenso Optionen ausschöpfen, was in der Buchbranche bislang eher zögerlich gemacht wird. Spontan fällt mir hier das Cat Protect-Spiel ein, das der Börsenverein (erfolglos?) launchte. Dabei wäre Gamification sicher auch ein Ansatzpunkt, um eBooks attraktiver zu machen. Pro zehn gekauften eBooks gibt’s ein kleines PC-Spiel gratis oder für jeden bestandenen Level gibt’s fünf Seiten mehr von der Leseprobe des Fantasy-Romans einzusehen. Zwar kann ich mir Spielifizierung im Buchbereich nur als eine Komponente unter vielen vorstellen, aber als solche sehr gut mit stärkerem Gewicht als heute und mehr als nur marginaler Bedeutung.

In den Kinderschuhen? Buchtrailer und Buchtrailer-Versuche

Posted on | Mai 8, 2012 | by Hanna Hartberger | No Comments

Machen sie Lust aufs Lesen? Packen sie den Leser schon vor dem Buch? Aus dem gegebenen Anlass, dass ich mit zwei guten Freunden einen Buchtrailer gemacht habe, möchte ich hier auf Buchtrailer näher eingehen und ein paar von ihnen vorstellen und bewerten.

Atmosphäre zulasten von Handlung?

Mein Hauptkritikpunkt bei Buchtrailern ist der, dass ganz viele keine Handlung haben. Man sieht Nebel oder Gewaber, unterlegt mit düsterer Musik, anschließend fliegen einzelne Worte oder Sätze ins Bild. Im besseren Fall gibt’s noch eine Off-Stimme dazu, im schlechteren Fall kommt nicht mal mehr die. Das ist vielleicht schön, wenn ich zwei Mal im Jahr einen Trailer sehe. Wenn ich diese Machart aber in fünf Trailern innerhalb kurzer Zeit sehe, ist es langweilig und ermüdend.

Das Argument für diese Nicht-Handlung ist das, dass beim Leser selbst schon ein Film läuft, wenn er das Buch liest – das Kopfkino. Dieses Kopfkino soll nicht dadurch zerstört werden, dass im Trailer Personen gezeigt werden, die sich der Leser später anders vorstellt. Diese Argumentationsweise geht aber meines Erachtens ganz stark zulasten der Qualität der Trailers als solchem.

Bekanntheitsgrad

Das kann man auch an den – oft unvorstellbar geringen – Zahlen der Views erkennen. (Ein niedriger dreistelliger Bereich ist in der deutschen Buchbranche ein Standardwert, was angesichts der Tatsache, dass man für einen Trailer bis zu mehreren Tausend Euro ausgibt, erschreckend ist.) Die niedrigen Zahlen sind ein Indiz dafür, dass viele Menschen hier ähnlich denken wie ich und von den Trailern als solche alles anders als begeistert sind.

Das ist schade – weil die meisten Internetnutzer gleichzeitig viel lesen und von den Büchern entweder nichts mitkriegen (wenn sie schlecht gemacht sind, kriegen sie kein “Like” und somit keine soziale Weiterverbreitung) oder mitunter sogar abgeschreckt sind (obwohl das Buch unter Umständen sogar sehr gut ist). Ein guter Buchtrailer eignet sich perfekt, um ihn in Diskussionen in Sozialen Netzwerken oder speziellen Foren wie Lovelybooks einzubringen. Nur gibt es im Bereich Buchtrailer leider ganz viele verpasste Chancen.

Abweichend vom Standard

Nach der vielen Kritik möchte ich aber doch ein paar aus meiner Sicht sehr gelungene Trailer vorstellen.

T.C.Boyle: Wenn das Schlachten vorbei ist: Der Clip erinnert eher an einen Filmtrailer als an  einen Buchtrailer, was ihm zweifelsohne gut tut – Grund dafür sind real agierende Personen und Spannung erzeugende Schnitte. Die fast 4.000 Klicks sind eine klare Bestätigung, dass das viele Internetnutzer genauso sehen und der Trailer erfolgreich weiterverbreitet wurde.

Stefan Petermann: Ausschau halten nach Tigern: Nicht auf den ersten Blick einer der Favoriten, aber an sich ist das ein schön gemachter Typo-Trailer, der seinen Stil bis zum Schluss durchhält. Vielleicht etwas zu lang, aber dafür kriegt man einen klaren ersten Eindruck vom Stil, in dem die Erzählungen des Buchs verfasst sind – und damit ersetzt der Film für mich das Blättern im Buch und macht den Weg frei für eine direkte Kaufentscheidung.

Ernest Cline: Ready Player One: Für einen dritten guten Trailer brauchte ich eine etwas längere Suche, die sich aber gelohnt hat. Science-Fiction und 80-ties – das letztere Thema wird herrlich konkret dargestellt und bietet sogar für Vertreter jüngerer Generationen Wiedererkennungseffekt. Die Aufgaben des Trailers, das Buch vorzustellen und Lust darauf zu machen, werden charmant erfüllt.

Eigenproduktion

Zu guter Letzt ist hier noch der Link zu unserem anfangs erwähnten selbst produzierten Trailer, der am Ende auf die dazugehörige Facebook-Seite hinweist. Wir sind bei der Produktion davon ausgegangen, was uns als Leser persönlich ansprechen würde, und haben versucht, genau das umzusetzen. Wir freuen uns sehr über Kritik! Hier geht’s zu Findet Jonathan.

Buchcamp 2012: eBook-Mythen, Smart Content und M@rtha

Posted on | Mai 7, 2012 | by Dennis Schmolk | No Comments

Das Buchcamp ist vorbei – und sehr schön war’s, diverse Leute mal “real” kennen zu lernen oder wiederzusehen und mit ihnen drei Tage (und zwei feucht-fröhliche Abende) zu verbringen. Und natürlich gab es neben Menschen auch Dinge auf dem Programm – über zwei Sessions habe ich ja bereits gebloggt, der Rest folgt heute als kursorische Zusammenfassung, angereichert durch die diversen Videos, die man im Börsenvereins-Channel gucken kann. Den Sessionplan gibts hier und alles auf twitter unter dem Hashtag #buchcamp.

Märchen und Mythen ums elektronische Publizieren

@derlektor hielt einen langen, vom Publikum ergänzten Vortrag über die Ammenmärchen und Irrtümer des ePublishing. Das große, bekannte Problem ist vor allem die Angst: Sie verhindert, dass Verlage Kompetenzen aufbauen, Erfahrungen sammeln; dass sie an hergebrachten (überholten) Verfahren festhalten (Zitat: “Die Print-Denke funktioniert hier nicht”);dass sie auf DRM bestehen, bzw. ihren Autoren nicht genügend Argumente liefern, dass diese auf DRM verzichten.

Die aufklärerische Session behandelte somit ein wichtiges Thema – leider vermutlich vor Leuten, die das alles schon verstanden haben.

Nach den Telefonen werden nun auch die Inhalte “Smart”

So ganz stimmt das natürlich nicht, denn granulierter, angereicherter Content begann ja schon mit dem frühen Hypertext. Da sind die Handys später clever geworden. Unter dem etwas sperrigen Titel “Smart Content: Durch semantische und soziale Vernetzung vom Content- zum Service-Anbieter”, zu dem sich dann noch das Schlagwort “Aufmerksamkeitsökonomie” gesellte, diskutierten wir die Möglichkeiten individualisierter Inhalte durch technische Frameworks und die Einbettung von User Generated Content. Enttäuscht wurde die Hoffnung, dass das alles automatiseribar wäre: Bis auf weiteres werden solche Inhalte mühsam, manuell, redaktionell gepflegt werden müssen.

M@rtha

Unsere eigene Session, die auch im Böbla.net-Artikel besprochen wird, lief gut und brachte neben diversem inhaltlichen Feedback auch die Erkenntnis, dass etwas in Richtung M@rtha dringend gewünscht wird:

Bedarf ist vorhanden: Besonders DRM-geschützte Dateien bereiten Schwierigkeiten, da Kunden neue E-Books nur am eigenen Rechner runterladen können. “Ich bin jetzt schon so weit, dass ich Hausbesuche anbiete”, klagt Buchhändlerin Susanne Martin. Oft sei auch nicht klar, wohin man defekte Lesegeräte schicken soll. “Hier wäre hilfreich, wenn wir eine komplette Adressliste hätten”, so Martin. Selbst für Amazon sollen stationäre Buchhändler noch Support leisten: “Wir haben häufig Kunden, die mit ihrem Kindle zu uns in den Laden kommen”, berichtet Marie Birkert vom Kulturkaufhaus Dussmann.

Wir werden uns bemühen.

Was ich leider nicht gesehen habe

Nicht dabei war ich leider bei beiden Sessions von Wibke. Hier ihr Video zur Selbsthilfegruppe (davon bräuchte die Branche insgesamt mehr):

Vielen Dank ans Forum Zukunft und alle Mitstreiter – auf das Wachstum des Buchcamps bis 2013! Da soll das Camp dann in größerem Rahmen stattfinden, mit mehr “Entscheidern”, noch mehr Nachwuchs und viel mehr Plätzen (die diesmal binnen 24 Stunden ausverkauft waren).

Und holt mich da dann bitte nicht vor die Kamera, wenn man mir ansieht, wie fertig mich die vorherige Nacht zurückgelassen hat:

Buchcamp 2012: Top-Tweets

Posted on | Mai 7, 2012 | by Hanna Hartberger | No Comments

Unkommentiert meine fünf liebsten Tweets vom Buchcamp 2012, völlig subjektiv. Was waren für euch die Top-Tweets, (Micro-)Blogs, Bilder, Stories, …?

Silke N. Hartmann@sinahar
“Verlage müssen sich industrialisieren, um weiterhin Kultur schaffen zu können” #buchcamp

 

Ehrhardt Heinold@ehrhardtheinold

“Warum macht Ihr die Prozesse so komplex?” fragt der Autor in Armins Session zu Recht #buchcamp

 

Wibke Ladwig@sinnundverstand

Was Verlage an Services nicht anbieten, werden andere anbieten. Dann macht z.B. ein Schotte @hagengraf das Cover. #buchcamp

 

Gunthart Mau@gunthartmau

Schöne Ideen auf dem #buchcamp für Lese-Flashmobs:  • Bücher tauschen • öffentliche Lesungen • Bookcrossing

 

frank krings@frank_krings

Spitz formulieren. Auch mal Fotos von Schnittverletzungen zeigen. Tipps von Facebookadmins. #buchcamp

Buchcamp 2012: DRM – Schutz oder Schaden?

Posted on | Mai 5, 2012 | by Dennis Schmolk | 3 Comments

Ich bin wieder bei Mela Eckenfels gelandet, die sich zu Beginn als Piratin outet und Mini-Packungen Gummibärchen verteilt. Die Gummibärchen stehen für Content –  manche sind ohne Schutzmechanismen, einige sind unerreichbar in einer Kerze, andere haben “Wasserzeichen”:

In einem einleitenden Vortrrag erläutert Mela die Nachteile von DRM anhand einiger Thesen, die in der Diskussion erweitert werden:

  • DRM hilft nicht gegen Piraterie – und benachteiligt im Zweifelsfall eher den legalen als den illegalen Konsumenten
  • Auf lange Sicht geht Content, der mit hartem DRM geschützt wird, verloren – etwa wenn DRM-Server abgeschaltet werden
  • DRM schränkt die Usability des Contents ein – teils bis zu dessen Verstümmelung
  • DRM ist aktives Engagement gegen Barrierefreiheit
  • Die Ressourcen, die für DRM und andere Schutzmechanismen ausgegeben werden, wären anderweitig sinnvoller aufgehoben
  • M@rtha ergänzt: hartes DRM (gerade Digital Editions) ist für den Konsumentensupport ein wahrer Alptraum

Und dann geht es natürlich noch um Amazon. Materialie bei diigo.

Fazit: Liebe deinen Kunden!

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